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Alpträume bei älterem Patienten

Dr. ...
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Alpträume bei älterem Patienten

Ein 68 jähriger Patient leidet seit Jahren unter heftigsten Alpträumen, ca.2 Stunden nach dem Einschlafen auftretend. Häufigkeit 2-3 mal in der Woche.I nhalt sind meist Verfolgungsszenen. Kein psychisches Trauma bekannt,
Völlig unauffällige psychiatrische Anamnese, keine ensthaften weiteren Erkrankungen, kein neurologisches Defizit. Wach-EEG o.B. Heftige motorische Unruhe während des Träumens, hat sich bei einem Sturz aus dem Bett schon mal ein SDH zugezogen.
Welche medikamentöse Therapie könnte man primär einsetzen?Trimipramin wurde vom Vorbehandler eingesetzt, erbrachte keine Besserung, für einen psychotherapeutischen Ansatz scheint mir der Patient nicht geeignet, er ist einfach strukturiert....hat jemand eine Lösung oder eine pfiffige Idee?-Danke

Diskussion

21 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 189 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Da der Patient keine erkennbaren Auslöser für seine Alpträume hat, ist es sinnvoll eine homoöpatische Erstanamnese zu stellen und ihn dahingehend zu behanden. Sehr gute Heilungschancen!!

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

ggf. abendlichen Alkohol weglassen, evt. Hypoglykämien danach. Medikamentös kämen m.E. niedrig dosierte NL (niedrig oder hochpotent) in Frage.

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Das könnte ein Problem mangelnder Schlaftiefe sein, d.h. eine Schlafstörung mit vielen möglichen Ursachen. Schlafhygiene?
Ich würde Opipramol oder ein niedriegpot. Nl versuchen, ab 1.1. steht eine neue melatonerg wirkende Substanz - als Antidepressivum vermarktet - zur Verfügung, für diesen Patienten evtl. eine vielversprechende Option.
Ferner zu bedenken L-Dopa (restless legs).
Internistische Med.?

2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Neurologie

Kann es sich evtl um eine sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung halten? Hier würde Rivotril 3-10 Tropfen gut helfen.
Freundliche Grüße aus Hamburg

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Stimmt, wollte allerdings primär keine Benzos empfehlen

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Danke für Ihre Beiträge.Habe dem Pat.vorübergehend Zopiclon gegeben,hierunter Häufigkeit der Alpträume deutlich rückläufig,die Inhalte seien weniger von Gewalt/Schrecken etc.geprägt.Hab den Pat.an die Schlafambulanz am ZI Mannheim überwiesen,da soll man sich auch speziell mit (Alp-)Traumforschung beschäftigen.Ein Restless Legs Syndrom hat er nicht,internistisch gesund,kein Alkohol.In manchen Nächten schläft er auch durch.

2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Pathologie

Es wäre interessant, den genauen Inhalt der Träume zu wissen, z.B. wer oder was verfolgt ihn, wie ist die Szenerie usw. Bei dem Alter des Pat. müsste man an "vergessene" traumatische Kriegsereignisse denken. Aktuell kämen Partnerkonflikte in frage oder Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Sterben. Eine genaue Erhebung der biographischen Anamnese ist, wie man sieht, nötig. Vielleicht sollte man es doch einmal mit einer Psychotherapie versuchen.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Benzos "betonieren" die Gefühle, sind hier kontraindiziert, sie machen nur eine kurzfristige Pseudoverbesserung. Gerade, wenn er einfach strukturiert ist, würde ich hier immer eine Kombination aus Neuroleptika und Antidepressiva versuchen. Man muss es langsam aufbauen und schauen, was funktioniert, er wird es lange brauchen, evt. als Dauertherapie, da es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um etwas lange Verdrängtes handelt, welches nach dem Zusammenbruch der neurotischen Abwehr brutal hervordrängt. Kognitiv und psychotherapeutisch wird es hier eher schwierig sein.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie

Zwar off-label und teuer, aber besser verträglich als niedrigpotente Neuroleptika und vermutlich hilfreich. 12,5 mg Quetiapin z.N.

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Psychiatrie

...und doch scheint es mir sinnvoll, auch die psychotherapeutische Perspektive überhaupt einmal ernsthaft in den Blick zu nehmen (s.o. Kollege Zuhn). Warum sollte es für "Einfachstrukturierte" denn nicht möglich sein, von psychotherapeutischen Interventionen zu profitieren, eine entsprechende Sachkunde seitens des Therapeuten einschließlich guter Anamnese vorausgesetzt, in der sich ein psychodynamischer Hintergrund erhellen könnte? Es gibt doch gute Erfahrungen, z.B. mit modifizierter tiefenpsychologischer Psychotherapie.

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Psychiatrie

Raucht der Patient?
Falls Nein und falls die bestehenden Medikationen nicht greifen, ggf. Schlaflabor, Schlafanalyse (bisweilen datieren die Patienten Alpträume falsch), dann Entscheidung welche Therapieform anzuwenden ist. GGf. kann dann hier auch der Ansatz über Koffein versucht werden.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Psychiatrie

Eine (preis)günstige Alternative kann niedrig dosiert das gute alte Perazin sein. Oft reichen 12,5, manchmal 25 mg aus, es ist erstaunlich gut verträglich und bessert einerseits die Schlafstörung, andererseits das "gestörte Realitätsempfinden" (alptraumhaftes nahe dem psychotischen Erleben??).
Viel Erfolg!

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie, Allgemeine Psychiatrie

Die beschriebene Störung ist als sogenanntes „Schencksyndrom“ (wenig) bekannt. Es gehört zu den REM-Schlaf assoziierten Parasomnien. Das Problem bei dieser Störung ist, dass die üblicherweise im REM-Schlaf funktionierende Entkoppelung zwischen zerebralen Aktivitäten und motorischen Phänomenen nicht mehr funktioniert. Es kommt durch die ungebremsten motorischen Aktivitäten nicht selten zu Verletzungen. Mit einer Schlaflaboruntersuchung könnte man das Vorliegen des Schencksyndroms beweisen. Bei eindeutiger Anamnese ist das aber nicht unbedingt notwendig, vorallem wenn die Therapie anspricht.

Manchmal tritt diese Störung im Rahmen einer organischen Hirnschädigung auf – wie z.B. bei Parkinsonsyndromen, auch atypischen Parkinsonsyndromen. Eine neurologische Abklärung in diese Richtung wird daher empfohlen.

Unter therapeutischen Aspekten werden Medikamente empfohlen, die den REM-Schlaf unterdrücken, in erster Linie Clonazepam / Rivotril abends als Dauerbehandlung. Pramipexol soll eine Alternative sein. Ich habe nur einen Patienten in Behandlung und bin auch erst am Beginn - habe daher noch keine praktische Erfahrung.

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Spitzfindigerweise muss ich erstmal sagen, es heißt immer ALB-Träume, kommt von den Alben- auch als Elfen bekannt, aber das nur nebenbei. Sehr häufig erlebe ich dieses Phänomen bei Patienten, die ß-Blocker bekommen, oder andere Antihypertensiva, auch mal bei ACE-Hemmern ist es in meiner Praxis schon aufgetreten. Ansonsten würde ich auch am ehesten an Alkoholnebenwirkungen oder die plötzliche Abstinenz denken.

0 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Patienten, die in aufälliger Weise über nächtliche Beschwerden(-verstärkungen) klagen, sind (fast) immer geopathisch belastet, d.h. sie schlafen auf geopathogen gestörten Plätzen. Leider wird die schädliche Wirkung der terrestrischen Energietransportsysteme von unwissenden Ignoranten bis heute abgelehnt, was aber das biokybernetische System Mensch nicht interessiert. Wenn Sie Ihrem Patienten wirklich helfen wollen, so beauftragen Sie einen radiästhetisch erfahrenen Kollegen oder einen seriösen Baubiologen mit der Schlafplatzuntersuchung und -verlegung.
Ihr Patient wird es Ihnen danken und fortan gut schlafen. Ich beobachte das seit 32 Jahren immer wieder.

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Sehr interessante Anregungen der Kollegen, deshalb auch dieses Forum. Meinerseits würde ich "ungelöste seelische Konflikte" aller Art (z.B. nicht verarbeitete Kriegserlebnisse, Fehlverhalten in der Partnerschaft etc.)favorisieren. Geschulte Therapeuten in Psycho-Kinesiologie u/o. Familienstellen mit einbeziehen.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Liebe Kollegen,bitte zurück zur "TEM" (Traditionellen Europäischen Medizin).Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt.Hier erscheint mir der Beitrag des Kollegen Haberfellner am sinnvollsten.Zu wünschen ist in diesem Zusammenhang die Unterstützung Neurophysioloogischer Forschng um die "intuitieve" Psychologie auf organische Füsse zu stellen.Dass die Träume des Patienten als Albträume erlebt werden zeigt zunnächst doch nur eine gefühlte Qualität,die z.B. schon deshalb Sinn macht, da diese Form des Träumens die Gefahr birgt sich zu verletzen.Jednfalls handelt es sich um eine Schlafstörung,die im Schlaflabor genauer untersucht werden sollte, bevor "blindwütige" Therapien ausbrobiert werden.

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

ein Versuch mit homöopathisch Nux-vomica D12 kann keinen Schaden anrichten und vielleicht viel helfen...

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Vor jeder Therapie kommt die richtige Diagnose. Anhand der geschilderten Symptomatik ist in der Tat am ehesten von einer REM-Phasen assozierte Schlafstörung aus zu gehen wofür z.B. Rivotril niedrig dosiert eine Therapieoption sein kann.
Vorher aber gehört der Patient mindestens 1 Nacht in ein neurologisch geführtes Schlaflabor wovon es glücklicherweise immer mehr gibt, gerade hier in NRW hätte ich diesbezüglich "freie Auswahl".

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Psychiatrie

Aus meiner Sicht würde ich vorab eine Risikoanamnese machen, dies umfasst Suchtmittel, aber auch eine prädiabetische Stoffwechsellage, eine EEG - Diagnostik und eine RR sowie EKG Untersuchung usw..
Falls alle kausal zu behebenden Erkrankungen negativ bleiben, würde ich mich verführt fühlen ein reines Einschlafmittel zu nutzen, das die Schalfrhythmik nicht unterbricht. Aktuell würde meine Wahl auf Melatonin fallen.

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Neurologie

würde noch einmal gezielt nach Kriegs- oder anderen Traumata fragen und dann ggf. an einen Spezialisten für eine PTSD bzw.anhaltende PS-Störung nach Extrembelastung verweisen. Im Alter kommen alte Ängste durch hirnorganische oder körperliche Beeinträchtigungen oft erstmals wieder hoch, weil der Pat. realisiert, dass er bei Gefahr bzw. Verfolgung aus körperlichen Gründen nicht mehr fliehen kann.

Dr. ...Dr. ...(1)
FA für Allgemeinmedizin, Allgemeine Psychiatrie

Hallo,
ich finde folgende Reihenfolge machbar:
1. Schlaflabor,ggf. Wiederholung
2.Internistisches Basislabor(Elyte, Crea, BZ nachts, TSH USW.)
3.EKG, LZEKG, LZRR
4.EEG,ggf.cCT(Raumforderung,Hydrozephalus,Atrophie)
5.Suchtmittelanamnese, Lebensumstände, psycho.Anamnese

Kollegiale Grüsse

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23