Hier einloggen:
Username oder E-Mail Adresse

 
Passwort

 

Andauernde Beschwerden nach HWS Schleudertrauma in...

Dr. ...
Bewertung:


Andauernde Beschwerden nach HWS Schleudertrauma in 8/2007

Eine 39jährige, sonst gesunde, schlanke Frau erlitt in 8/2007 im Rahmen eines Auffahrunfalls ein HWS-Schleudertrauma. Röntgen der HWS ergab bis auf eine Steilstellung keine Auffälligkeiten. In dieser Zeit Schmerzen im Bereich des Nackens und dumpfe Hörminderung. HNO-Konsil damals oB. Danach manualtherapeutische Behandlung wegen weiter anhaltender Beschwerden. Manualtherapeut diagnostiziert "verschobene Wirbel". Einrenkmanöver einmalig durchgeführt.
Zwischendurch völlige Beschwerdefreiheit. Jetzt seit Wochen ein Gefühl "als wenn sich im oberen Bereich der HWS etwas verschoben hat" sowie Hörminderung mehr rechts als links. Weiterhin Nackenschmerzen. Weiterhin physiotherapeutische Behandlung, aber ohne völlige Beschwerdefreiheit.

Welches diagnostische Prozedere ist notwendig, um genaue Ursache und nachfolgend entsprechende Therapie zu finden?

Diskussion

12 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 154 Ärzte verfolgen diese Diskussion
2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie

Der Rat kommt etwas spät, aber dennoch: bei HWS Schleudertraumen ist zeitnahe Diagnostik unabdingbar. (Also NMR innerhalb von 2 Wochen). Nur damit kann eine Strukturschädigung der HWS bewiesen (oder viel häufiger: ausgeschlossen) werden. Jetzt ist eine solche Beweisführung nicht mehr möglich. man sollte also der Patientin sehr klar machen, dass sie keine Aussicht hat, irgendwelche Versicherungsleistungen zu erhalten. Erst wenn das vom Tisch ist, kann aktivierende Physiotherapie erfolgreich sein.

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Ich halte ebenfalls ein MR der HWS für nötig (besser spät als nie!) und würde das noch durch eine umfassende neurologisch-körperliche Untersuchung ergänzen um Zeichen der Myelopathie, radikuläre Schädigung etc. zu suchen. Weitere Schritte könnten dann ein MR in Flexion und Extension sein; -ultima ratio (wenn es Anhalt auf wirkliche physische Schädigung geben sollte) eine cervicale Myelographie.

All dies insbesondere wegen der Nacknschmerzen; -das "Gefühl als habe sich was vreschoben" hört man leider öfter, insb wenn ein Manualtherapeut in der Vergangenheit einmal etwas derartiges diagnostiziert zu haben glaubt.
Eine aktivierende Physiotherapie kann m.E. parallel erfolgen, da wie oben bemerkt eine Versicherungsleistung nach so langer Zeit unrealistisch ist. Die muss (zumindest wenn ein derartiges Begehren nicht sicher ausgeschlossen werden kann) deutlich kommuniziert werden...

2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Ich bekräftge die Aussagen zur Diagnostik von renebauer und neuroticker.
Letzterer ist aber im Unrecht, wenn er in etas abfälliger Art über die Manualtherapie urteilt.Als gut ausgebildeter Arzt in der tschechisch-ostdeutschen Variante der MT kann ich mitteilen,dass eine subtile Untersuchung des segmentalen Gelenkspiels,des Tonus der Nacken-und Halsmusku-latur,verschiedener Triggerpunkte am Occiput und Wirbelvort-sätzen usw. durchaus zu einer Diagnose beiträgt,die dann wenn erforderlich, durch eine darauf aufgebaute funktionelle Therapie(sanfte MT, muskuläre Stabilisierung und gute psychische Führung usw.) zur anhaltenden Beschwerdefreiheit führt. Voraussetzung ist natürlich der Ausschluss strukturel-ler Traumafolgen, die aber nur in seltenen Fällen bei der angegebenen Ausgangssymptomatik zu erwarten sind.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

Auch ich bin der Meinung, dass manuelle Mobilisierungen nicht schaden können! Bei rezidivierenden Beschwerden sollte jedoch nach erfolgter man. Mobilisation eine gezielte KG erfolgen.....
Natürlich, wenn die Diagnostik in diesem Fall erschöpfend durchgeführt wurde!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Lieber Herr Buschbeck
es tut mir leid wenn meine obige Äußerung die Manualtherapie als solche verunglimpft zu haben scheint (was bei einer Revision meines Kommentars durchaus verstanden werden kann). Mein Schreiben war geprägt von den Erlebnissen mit 2 Patienten in den letzen Wochen, die von Kollegen leider etwas unreflektiert manualtherapeutisch behandelt wurden; -bei einem Patienten führte dies leider zu einer viel zu spät diagnostizierten cervicalen Myelopathie (weil mit weitere Diagnostik zu lange abgewartet wurde), beim anderen zu einer hochgradigen Somatisierunsstörung (Der Patient forderte mit Nachdruck eine langstreckige HWS Fusion, da ihm die "Mikrobewegungen von C2 und C7 große Schmerzen verursachten...").
Somit möchte ich hiermit meinen nicht ganz übertragungsfreien
Kommentar etwas relativieren. Wie bei vielem in der Medizin ist auch die Manualtherapie stets so gut wie der, der sie anbietet und sicherlich gibt es genug Patienten die von einer MT sehr gut profitieren.

0 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

Da die Beschwerden besser waren, sind sie wiedergekommen.
Einfachste Voraussetzung hierfür sind weitere Blockaden im BWS-Bereich. Diese entstehen 10-mal häufiger durch einen Unfall im Auto als das sogenannte "Schleudertrauma". Insofern sollte jeder V-Unfall zuerst einmal nur im BWS-Abschnitt, ggf. noch LWS, deblockiert werden, und nur bei anhaltenden Problemen noch die HWS in einer 2-ten, besser 3-ten Sitzung angegangen werden, zumal heute fast immer ein RA vom Verunfallten hinzugezogen wird und nach erfolgloser Verkehrsverhandlung noch gegen den Behandler vorgehen könnte.
Also: BWS deblockieren und dann bitte hier nochmal berichten.
MfG u.Dank im Voraus
Dr. Präg, Orthopäde, Chirotherapie

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurochirurgie

Zu dem genannten immer wieder vorkommenden Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma ist folgendes zu bemerken:
1. Eine MR-Diagnostik ist auch nach so lange verstrichener Zeit ein muß!- dabei ist neben der üblichen Vorgehensweise eine spezielle Angiosequenz zur Erfassung der Aae. vertebrales sowie der Strukturen in der HSG zu empfehlen. Ergänzend ist natürlich eine HWS RÖ-Untersuchung in 8Ebenen (ap -seitlich in ante/ retroflexion -schräg 35°Grd bds. zur Erfassung der Foraminae sowie AP mit Rechts- /Linksneigung des Kopfes) zu fordern, um der Patientin eine diagnostisch gesicherte Therapieplanung zu ermöglichen. Ich bitte um Rückantwort mit den spez. Ergebnissen.

0 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Ich denke Kopf und HWS MRT und dann auf Arbeit schicken wenn unauffällig(Vertrebralis etc.). Es ist eindeutig,dass je länger die Patienten krankgeschrieben sind, desto höher der Leidensdruck. Hoffe, es findet sich einer der den Mumm dafür hat.

2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

wer das wort "schleudertrauma benutzt, leistet dem rentenbegehren vorschub

3 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

Ich denke, daß man es sich nicht so einfach machen kann, wie Herr Jagacic. Als Internist hat er schon die gleiche Vorgehensweise wie die Kollegen der begutachtenden Zunft einiger BGen.
Vielmehr wäre es sinnvoll, sich bevor man sich zu solchen Äußerungen hinreißen läßt, doch die Manuelle Medizin zu erlernen und danach auch zu behandeln. Nur muß man sich etwas mit dem Patenten beschäftigen.
Zahlreiche solcher wie oben beschriebener Patienten sind leider nur - aus Unkenntnis - anbehandelt und nicht ausbehandelt. die Begleitblockierungen der BWS sind ein guter Ansatz, jedoch sollte man nicht vergessen, daß die gesamte Wirbelsäule von den drei oberen HWS Etagen gesteuert wird. Hierzu gehören insbesondere die Kopfgelenke C0/C1. Ferner befinden sich in direkter Nachbarschaft die Kiefergelenke, von denen bei bestehender Malocclusion aus gleich welchen Gründen ebenfalls erhebliche Störungen ausgehen können. Die Hörstörungen wären z.B. eine solche Pathologie, die aus einem blockierten C0/C1 Gelenk entstehen könnten und immer wieder die Kette der Fehlfunktionen der Facettengelenke in Gang setzen. Die Patientin würde dankbar sein. Lassen Sie auch bite einen KUNDIGEN Gnathologen mit darauf sehen und eine CMD ausschließen. Die Patientin wird sonst immer weiter in ihrer Schmerzsymptomatik verharren und damit dann wirklich Schadensersatzforderungen oder Rentenansprüche fordern stellen, weil sie sich mit recht unverstanden und unbehandelt fühlt. Es ist sinnvoll doch über den eigenen Tellerrand hinauszusehen und analytisch und vor allem funktionell zudenken. Bei dieser Patientin wäre es wünschenswert ein occipital base release neben einer Atlastherapie durchzuführen. Über diese Thematik kann ich gern angesprochen werden.
C.Ludwig
Orthopäde
Haltungs- und Bewegungsanalyse
CMD Diagnostik
H-Arzt der BGen
Manuelle Therapie
Akupunktur DÄgfA

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Bei allem Respekt vor den organischen Ansätzen - es wirkt so als werde die Besserung erst nach Abschluss einer Schmerzensgeldzahlung, Zuerkennung eines GdB und ggf. einer MdE zu bessern sein.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Pathologie

Für mich waren alle Beiträge hoch interessant. Es ist sicher ein brisantes Thema, das vielfältige Komplikationen birgt. Da ich gerne über den Tellerrand schaue und auch Fortbildungen in anderen Fachbereichen besuche sind mir einige Aspekte geläufig, andere Bestätigen meine Vermutungen und Kombinationen. Persönlich werde ich bei Patienten, die sich mit solchen Beschwerden zur Psychotherapie vorstellen, noch genauer darauf achten.
Gerade erst habe ich (neutral formuliert) einen neuen Patienten, der sich nach einem Verkehrsunfall (Fahrrad wurde auf die Autobahn geworfen) hier vorgestellt hat, traumatisiert ist und bei dem eine juristische Auseinandersetzung mit dem Gegner unabdingbar ist.

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Zur Zeit selbst im Bett liegend, um mit den(Scheiß)-Noroviren meines Enkels fertig zu werden, freue ich mich über die kollegiale Reaktion von Neuroticker.
Die Beiträge von Dr. Präg und C. Ludwig finden meine volle Zustimmung. "Man kann alt erden wie ne Kuh...."
Behandelt nun die Junge Frau einfühlsam und motivierend und berichtet noch einmal kurz über das Ergebnis.MfG.

Dr. ...Dr. ...(1)
FA für Allgemeinmedizin, Allgemeine Psychiatrie

vielen dank an alle kollegInnen für die z.t.sehr ausführlichen und differenzierten beiträge.die junge patientin hat über ihren ra eine entschädigungssumme von 2500 €!!! einklagen können...und erfreut sich bester gesundheit..
so geht es uns eben manchmal

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Wenn die Patienten nach solchen Unfällen keinen Schadenersatz einklagen könnten(nach dem englischen Vorbild), gäbe es auch keine anhaltenden Beschwerden.

In 20 Sekunden Mitglied werden!

„esanum - Ihre Ärzteplattform im Internet


Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Orthopädie und Unfallchirurgie, Neurologie, Zahnmedizin,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
hws-schleudertrauma; hörminder, andauernde nackenschmerzen

Andere interessante Beiträge

neuer BeitragHirnödem bei Glioblastom
Geehrte Kollegen, Was kann man, neben der üblichen Kortisondosis noch geben, um aus pal...
neuer BeitragLiquorstase durch Liquoreiweißerhöhung
Patient, ein 36-jähriger Mann. Mit 19 Jahren schweres Schädelhirntrauma mit apallischen D...
neuer BeitragOperationsaussichten bei Spinalkanalstenosen?
Wir haben eine Patientin, 1933 geboren mit einer Spinalkanalstenose im Bereich der HWS (C7...
neuer BeitragHWS-Distorsion und Halskrause
Hallo Kollegen, immer wieder kommen Patienten in meine Praxis, die nach einem Schleudertr...
neuer BeitragInteressante Symptomkonstellation: Differentialdiagnosen?
Liebe Kollegen: lassen Sie mich von folgendem Fall berichten: 16jähriges Mädchen kommt...
Kontakt | AGB | Datenschutz | ihre Fragen | Hilfe | Presse | Impressum
esanum.de | esanum.at | esanum.ch | esanum.es | esanum.it | esanum.fr
letzte Änderung: 8.5.2012 18:23