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Hämorrhoidalleiden

Dr. ...


Hämorrhoidalleiden

Das Hämorrhoidalleiden stellt nahezu eine "Volkskrankheit" dar. Welche konservativen und operativen Behandlungsformen stehen zur Verfügung und ermöglichen so eine stadiengerechte und schonende Versorgung dieses Krankheits- und Beschwerdebildes?

Diskussion

8 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 164 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Prinzipiell scheint ein eher frühes Eingreifen sehr sinnvoll!
Ab Stadium 3 kann eigentlich nur noch operativ geholfen werden.
Bei Stadium 1-2 kann der Proktologe eine Sklerosierung vornehmen. Dabei spritzt er ZB Phenol-Mandelöl um die Hämorrhoiden, was zu einer narbigen Schrumpfung führt. Dazu sind um 6 Sitzungen nötig.
Da dies aber kein schönes Thema ist, ist es wichtig, die Patienten von einer frühzeitigen Sklerosierung zu überzeugen, bevor eine OP nötig wird. Ich habe da einen Freund, der trotz Aufklärung und besseren Wissens das Thema ignoriert. Er wird wohl mit Sicherheit eines Tages auf dem Tisch landen...
Präventiv sind das Vermeiden blähender Speisen und ballaststoffreiche Ernährung sinnvoll.

Aber wie meinte mein Prüfer in Chirurgie: "Es gibt nur 2 Arten von Menschen: die mit Hämorrhoiden, und die, die sie schon haben.".

Viele Grüße!

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Allgem. Massnahmen: Meiden vom Pressen beim Sthlgang und schwerem Heben u.a. Belastung des Beckenbodens (incl.Stress), Normalisierung der Stuhlkonsistenz (geformt+weich)und Frequenz (z.B. Faserreiche Kost, TM), Diätet. Meiden von scharfen Gewürzen, Alkohol, Kaffee, Zig., Zitrussäure, Hautreinigung mit Wasser ohne Seife oder and. Kosmetik-Produkten, ggf. Zinkpaste. (in Stad. I-II oft schon so Besserung)
plus spez. Th. nach Stadium:
I-II.Grades: circuläre Sklerosierung (z.B. mit Polidocanol) i.d.R. 2-3 Situngen
II-III: Ligatur i.d.R. jeweils nur eine H., insges.2-4 Sitzg
III-IV: OP (z.B. Offen nach Milligan Morgan, geschlossen und circulär mitStapler n.Longo oder plast.Rekonstrutiv b. St. IV

4 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

JEDER hat sie, die Gefäßpolster im oberen Analkanal , ohne die wir nicht " luft-und wasserdicht" wären.
Pressen bei der Defäktion - harten Stuhles wegen oder aus Gewohnheit bei längeren Sitzungen mit Zeitung - läßt sie "ausleiern" (vergrößern).Kalte Stühle als Ursache sind das verbreiteste Mythos.
Eine Stadieneinteilung macht keinen Sinn. Was zählt, sind die Symptome. Hämorrhoiden ohne Beschwerden müssen nicht behandelt werden.
Blutungen, Pruritus, Druckgefühl, Brennen, Nässen lassen sich für eine Weile durch Sklerotherapie mit Phenol-Mandel-/Erdnuß -oder Miglyol-öl beherrschen.Ligaturen sind besser bezahlt, bieten aber ansonsten keine Vorteile, im Gegenteil, sie sind mit dem Risiko heftiger Blutung belastet.
Wird die nötige Verödungsfrequenz zu hoch oder rutscht die Schleimhaut beim Pressen oder in Ruhe heraus (Prolaps;besser Protrusion), macht die definitive Operation Sinn.
Dabei ist die Hämorrhoidektomie nach Parks das beste Verfahren, allerdings technisch anspruchsvoll, daher wenig gebräuchlich. Cave Op nach Longo, unheilvolle Komplikationen
werden seit Einführung beobachtet. Für Ethicon ist sie allerdings ein großes Geschäft.
Essentiell für Behandlung und Prophylaxe ist die Aufklärung:
2-3 -minütige Toilettengänge,Gemüse, Joghurt,Vollkorn, Bewegung, Kaffe,Ei und Süsses zum Frühstück und immer wieder Waser, Wasser, Wasser...(mind.1 1/2-2 l täglich). Wenn nötig zusätzlich Flohsamen. Die Defäkation muß weder täglich noch pünktlich erfolgen, man muß nicht ganz leer werden, es werden keine Gifte aufgesaugt, man holt sich auf fremden Toiletten keine Krankheiten.........

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Kann Kollege Schmelzer nur beipflichten, Longo gehört nur in geübte Hände, zu tiefe Klammernahtreihen sind fatal. Zu erwähnen sind für blutende Hämorrhoiden gute Erfolge mit der dopplergesteuerten HämorrhoidalarterienLigatur: schnell - schmerzarm - effektiv - auch bei Patienten die schnell wieder auf Thrombozytenaggregationshemmern oder Marcumar angewiesen sind.

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Auch wenn ich dem Kollegen Kmoth für seinen klaren Kommentar danke, was die Operation nach Longo betrifft -- Musterbeispiel gewinnbringender industriegesteuerter Therapie-, so muß ich ihm doch widersprechen, was die DHL betrifft. Wozu solch ein aufwendiges kostspieliges Verfahren - schließlich braucht es eine Narkose, um in den After hineinzukommen-, wenn lästige Blutungen mit 2-3 Verödungssitzungen (allerdings nur mit Phenolmandelöl!) zu stoppen sind, und dies OHNE Marcumar oder ASS abzusetzen! In den meisten Fällen genügt sogar die Ernährungsumstellung mit Aufnahme von genügend Flüssigkeit.
Es würde mich interessieren, wie die DHL abgerechnet wird.......Ich weiß , daß es in manchen Gegenden schwer ist, einen Apotheker zu finden, der Phenolmandelöl herstellt, zumal die meisten beim Wort Phenol schon zusammenzucken. Falls Bedarf ist, helfe ich gern.

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Ich habe nun ca. 290 DHL durchgeführt, alle ohne Narkose!, im Ultraschallgel kann bei Bedarf etwas Lokalanästhetikum zugegeben werden (PLazebo für den Arzt?). Bisher 1 Nachblutung (Marcumarpatient). Ein Abbruch wegen Schmerz nach der 4. Ligatur. Der Patient, der eine Barron-Ligatur verträgt, verträgt auch eine DHL, am Besten man lässt einige Tage vorher einen Analdehner anwenden. Bezüglich Skerosierung kann ich natürlich zustimmen, ich meinte eher die hartnäckig blutenden Häm.
Die Abrechnung DHL war in den ersten 3 Quartalen im EBM möglich (31173), zum 1.10.2008 wurde Sie wieder gestrichen, Widerspruchverfahren laufen. Sonst eben nach GOÄ, kann bei Bedarf Musteraufklärung über Kosten zusenden

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Hartnäckig blutende Hämorrhoiden gehören operiert. Sie sind sehr selten.Danach ist mit Beschwerdefreiheit für 15-20 Jahre zu rechnen, je nach Ernährung und Toilettenverhalten des Betroffenen.
Eine Abrechnung nach 31173 ist ein Schlag ins Gesicht, für alle diejenigen , die eine technisch anspruchsvolle Operation nach Parks, mit der die Architektonik des Analkanals bei prolabierenden Hämorrhoiden wiederhergestellt wird, ebenfalls mit der 311173 abrechnen müssen.290 DHl in 3 Quartalen zum gleichen Geld......Warum nicht gleich Gummibandligaturen, wenn Sie schon kein Phenolmandelöl mögen, weil es nur ein Zehntel der Entlohnung gibt?
Dachte ichs mir doch, warum die DHL soviel Zuspruch findet! Findig, findig.
Nur so viel:Die DHL ist keine Operation!
Hoffen wir für dieses Mal , daß das Widerspruchsverfahren kein Erfolg hat.Es würde ja die Grundlage des EBM auf den Kopf stellen und alle die düpieren, die sich die Hände "schmutzig" machen, d.h. operieren.
Patienten zu animieren, selbst zu zahlen (oder was meinen sie mit GOÄ?), halte ich angesichts der unbestrittenen Eingliederung der operativen Behandlung des Hämorrhoidalleidens in den Leistungskatalog der Krankenkassen für moralisch sehr verwerflich.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Hartnäckig blutende Hämorrhoiden sind m.E hervorragen therapiert mit einer schmerzlosen DHL, insbesondere bei Pat. die auf Antikoagulation angewiesen sind. Kein Krankenhaus, keine postoperativen Schmerzen wie bei den herkömmlichen Verfahren. Die 290 DHL sind natürlich nicht in 3 Quartalen erfolgt, das biete ich schon viel länger an. Gummibandligaturen statt Sklerotherapie? beim Marcumar/Ass Patient (Hilfe). Ich habe nichts gegen Sklerotherapie, das kam wohl falsch rüber. Warum ist die 31173 für DHL überbewertet? ist Parks nicht eher unterbewertet? Für die Kassen und die Patienten sind das alles Billigverfahren. Sie lieber Kollege scheinen ja mit der chron. Unterbezahlung für das amb. Operieren in der Bayerischen Kapitale bestens auszukommen. Selbstverständlich führe auch ich bei Bedarf die konventionellen OP Verfahren durch, wir haben ja dafür künftig tolle 3,5001 Eurocent... lohnt richtig. Wenn Sie es verwerflich finden Patienten Behandlungsalternativen anzubieten, so empfinde ich es sogar als Pflicht ALLE Behandlungsverfahren zu erwähnen. Aber das ist ein anderes Thema für ein anderes Forum.
Freundliche Grüße C. Kmoth

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Selbstverständlich ist der Parks unterbewertet.So wie alle operativen Eingriffe. Aber darf ich deshalb eine andere Ziffer nehmen?
Alles steht in Relation, und diese stimmt doch wohl nicht mehr, wenn sich Kollegen bei einer einfach durchzuführenden und komplikatiosarmen DHL, deren Sinn höchst fragwürdig ist und in keinster Weise evaluiert ist, sich der gleichen Ziffer bedienen.
Nein, wir kommen hier in der Metropole gar nicht gut aus und wir haben auch hier Kollegen, die meinen mit einer DHL Geld verdienen zu müssen.
Nein, Herr Kollege, man muß nicht alles anbieten, man sollte auch keinen Longo anbieten, wie Sie ja zustimmen.
Einem Patienten, für den eine transanale Blutung ein tragisches Ereignis darstellt und der überhaupt nicht durchblickt, als Igel-Leistung eine DHL anzubieten statt einfach zu sklerosieren oder gegf. zu operieren ( mit 15-20-jähriger Beschwerdefreiheit), halte ich für verwerflich und unchirurgisch. Ende.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Wenn man natürlich DRG abbrechnen kann ist es verständlich dem blutenden Patinten eine schmerzhafte OP mit stationärem Aufenthalt und Krankschreibung anzubieten. Oder aber man lässt ihn statt einer IGEL-Erklärung bei einer so hochtragischen akuten Blutung lieber eine Offlabel Erklärung wegen Phenolmandelöl unterschreiben. Ach ja, seit wann ist es unchirurgisch Blutungen gezielt mit Z-Nähten zu stoppen? Die Patienten sind bisher alle für den Eingriff dankbar. Sie haben das letzte Wort, für mich ist die Diskussion hier beendet. Freundliche Grüße.

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Also,<Hallo erstmal>, wie wir gelesen haben, und wie es der Realität entspricht, haben ALLE Menschen Hämorrhoiden! Sie dienen dem sog. Feinkontinenzorgan, das uns zwischen flüssig und gasförmig unterscheiden lässt. Aufgrund von verschiedenen Einflüssen, vor allem genetisch und "körperlichen", kommt es zu Vergrößerung und Komplikationen mit dem Hämorrhoidalplexus. Die da sind:
I. asymptomatisch, manchmal Blutung am Papier
II. ev. Juckreiz, Analekzem als Ursache, Blutung
III. Fremdkörpergefühl, Reposition post defäkationem, und s.o.
IV. permanenter Prolaps, Thrombose(?)
Unabhängig von starrer Stadieneinteilung ist ausschließlich der Leidensdruck des Patienten interventionsleitend!
Sinnvoll erscheinen nach eingehender Erfahrung:
dgHAL bei rez Blutung
dgHal+RAR bei rez Blutung mit Prolapstendenz und rez. perianalen Thrombosen...(Ich weiss, gehört nicht direkt zum Plexus hämorrhoidalis, aber....!)
Longo bei Menschen über 50, nach Coloskopie, ohne FA ColonCa (ev. notwendige TAR pt Rectum Ca)
Longo bei Frauen über 50...s.o. ohne Rectocele!!
Parks bei III - IV, erfolgreicherweise mit Ultracision
(wesentlich geringere postop. Beschwerden!)
Zusammengefasst: Noduli sind auf jeden Fall stadiengerecht zu therapieren, da sie ausschließlich auf Basis des Leidensdruck des Patienten "präsentiert" werden.
es gibt auch Patienten im Stadium III, die beschwerdefrei sind - also primum nihil nocere - warum diese zu einer Therapie überreden? (Kommen ja wieder)
liebe Grüße aus Wien
www.sprichdarueber.at
PS: Barron Ligatur - fachmännisch und am richtigen Ort appliziert, ist oft eine gute Prophylaxe vor Stadium III...
und gänzlich schmerzfrei...(Linea dendata und anocutanea sind nicht dasselbe...!)

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

na das sind doch mal worte! nur, longo bei frauen über 50, was soll das denn? und wieder die DHL (wird in Austria auch schon fleißig geigelt?)

Ultracision.....nie gehört. wer nett zu erfahren, was der autor damit meint.

Prophylaxe? der autor weiß, daß es nur eine gibt, nämlich kurze toilettengänge, ballast und Flüssigkeit und bewegung.
Ist die Barron Ligatur in Austria auch höher dotiert?

Un der findige Italiener scheint ja auch im Nachbarland furore zu machen. Wird dort jetzt auch ge"starrt"?

nichtsdestotrotz, man sollte dem autor allein für sein " primum nihil nocere" dankbar sein.

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

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Hamamelis 10 % von weleda als Salbe kann anfangs auch noch gut helfen.

Dr. ...Dr. ...
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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04