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Infektion Morbus Alzheimer?

Dr. ...


Infektion Morbus Alzheimer?

Durch den Fall von Rudi Assauer ist das Thema Alzheimer- Demenz wieder auf dem Höhepunkt des gesellschaftlichen Interesses. Berichte über Berichte im Fernsehen, Zeitungen, Radio und jetzt ist sogar seit letzter Woche die Autobiographie von Assauer:„Wie ausgewechselt- verblassende Erinnerungen an mein Leben" erschienen.

Passend zu diesem Thema habe ich gerade bei Spiegel-Online folgenden sehr interessanten Artikel gefunden: „Alzheimer breitet sich infektionsmäßig im Hirn aus“ (hier zu lesen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizi ... .html ).

Ein Forschungsteam der New Yorker Columbia University soll jetzt anhand eines Mäuseexperiments herausgefunden haben, dass sich die Tau-Proteine nicht spontan in unterschiedlichen Hirnregionen bilden, sondern dass sie sich von einem Entstehungsort entlang eines typischen neuronalen Netzwerkes ausbreiten, also wie bei einer Infektion von Nervenzelle zu Nervenzelle springen. Diese neue Erkenntnis hat natürlich auch Auswirkungen auf die pharmakotherapeutischen Möglichkeiten.

Denken Sie, dass man in Zukunft durch Eingriff in die Tau-Verbreitung die Alzheimer-Demenz schon in einem sehr frühen Stadium (noch vor dem Ausbruch) stoppen kann?

Und gibt es schon jemanden unter Ihnen, der die Biografie von Rudi Assauer gelesen hat? Wie sind die Meinungen dazu? Ich bin am überlegen, mir das Buch zu kaufen…

Diskussion

1 Arzt beteiligt sich an dieser Diskussion, 10 Ärzte verfolgen diese Diskussion
Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Werte Kollegin,
ich kenne die Biografie des Herrn Assauers auch noch nicht, sollten Sie sich entschließen, diese zu kaufen, berichten Sie gern davon! Ich finde es gut, dass dieses gern verdrängte da bisher unbeherrschbare Thema aktuell wd mehr Interesse erfährt und somit auch meine Kenntnisse zum aktuellen Stand der Wissenschaft diesbezüglich auf dem Laufenden gehalten werden. Das Tau- Protein ist sicher ine weiterer wichtiger Angriffspunkt und sollten sich die Erkenntnisse der Herren Duff und Small auf den humanen Krankheitsprozess übertragen lassen, so hoffe ich doch inständig, dass damit eine mögliche Lösung des unweigerlichen Fortschreitens dieser schrecklichen Erkrankung entwickelt werden kann. Momentan möchte diese Befunde jedoch mit Vorsicht und nicht zuviel guter Hoffnung überbewerten. Wie sich schon sehr oft gezeigt hat, ist eben nicht jeder Pathomechanismus in Mäusen mit denen im Menschen vergleichbar. Es bleibt abzuwarten und Geduld zu üben, was weitere Studien zu diesem Sachverhalt zeigen werden. Vielversprechend ist es so oder so, jede neue Erkenntnis wird uns schließlich im Kamf gegen M. Alzheimer einen kleinen Schritt weiter bringen.

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Neurologie, Allgemeinmedizin

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Alzheimer, Neurologie

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23