Hier einloggen:
Username oder E-Mail Adresse

 
Passwort

 

Metastasiertes Melanom - verschwundener Primärtumo...

Dr. ...


Metastasiertes Melanom - verschwundener Primärtumor?

62-jähriger Mann,-nach Sturz beim Wandern im Mai walnußgr."Knubbel" an li.Schulter am Trapeziusrand bemerkt,-zum Chirurgen zwecks Exstirpation dieses vermeintlich abgekapselten Hämatoms.Die histologische Aufarbeitung ergab überraschenderweise Metastase eines Malignen Melanoms. Intensives Durchchequen einschl.gastrointestinaler Endoskopien ergab keinen Hinweis auf Primärtumor, - im CT und anschließendem PET-CT fand sich noch ein speichernder LK in der li.Axille - hochwahrscheinlich einer weiteren Metastase entsprechend -, der nä.Woche exstirpiert wird. - Sind Ihnen Fälle bekannt, wo bei Malignem Melanom der Primärherd spontan wieder verschwand, also abheilte, sodaß möglicherweise nach Entfernen der beiden LK-Metastasen Heilungsaussicht besteht? - Was meinen Sie dazu?

Diskussion

7 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 101 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Urologie

In der Urologie wird immer wieder einmal der sogenannte "burned-out-Tumor" des Hodens beschrieben, wo man massive Metastasierungen sieht, jedoch das mögliche Primum nur als histologische Narbe im Hoden imponiert. Vielleicht liegt ein analoges Geschehen vor?

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Ich erinnere mich noch an meinen Dermatologie-Kurs an der Uni. Da haben wir gelernt, daß es nicht ungwöhnlich ist, daß Melanome von innen heraus verblassen können, da das körpereigene Immunsystem hier angreift.

Es ist wohl manchmal so, daß beim Auftreten von Metatstasen der Primätumor nicht mehr auffindbar ist, soweit ich mich erinnere aber leider mit keiner besseren Prognose.

Vielleicht kann ein Dermatologe die Thematik weiter erhellen?

5 von 5 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Pathologie

Zuerst sollte man nachfragen, ob dem Mann in den letzten 20 Jahren ein "Muttermal", Naevus, "Hautwarze", "Granulom" o.ä. an der betreffenden Extremität entfernt worden ist und ggf. versuchen, die Histologie jeglicher Hauttumore nochmals zu verifizieren (die Histo wird mind. 10 Jahre aufbewahrt, oft auch länger). Die Latenzzeit kann sehr lang sein (Bsp: Bei Obdukton als Zufallsbefund eine 3 cm große LK-Metastase eines Melanoms im Lungenhilus. Auf Nachfragen bei Hausarzt Melanomentfernung aus der linken Leiste vor 20 Jahren eruierbar, seitdem keine Auffälligkeiten.)
Ein "Verschwinden" des Primärherdes wäre äußerst ungewöhnlich; wir haben in der täglichen Praxis aber immer wieder Fälle von Melanommetastasen ohne identifizierbaren Primärherd.

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Dermatologie

Hallo Kollege,
man muss leider sagen: KLar gibt es sowas, eine sehr gründliche Kontrolle der Haut wäre natürlich anzuraten!

Die Frage, ob der Tumor "tötet" ist Statistik. Und nach der Statistik besteht leider nur eine schlechte Prognose.

Meine Patienten und ich glauben aber nicht an Statistik!!!

Und man glaubt es kaum, es hilft..............

Lg

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Lieber Herr Kollege,

wir haben immer wieder Patienten mit einer ähnlichen Situation. Eine adj. Therapie ist nicht etabliert.
Mangels anderer Empfehlungen und vor dem Hintergrund das Melanome durch das Immunsystem beeinflussbar sind behandeln wir komplementär mit Mistel/Hyperthermie und in Einzelfällen mit Tumorantigen geprimmten dentritischen Zellen im Rahmen von individuellen Heilversuchen. Beser natürlich und wenn irgend möglich sollten Patienten in klinische Studien eingeschlossen werden.

Mit herzlichen Grüssen

B. Mü-Hü

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Dermatologie

Leider gibt es immer wieder Pat. mit nicht eruierbarem Primärtumor, die anhand von Metastasen des MM erst auffallen, mein dermatologischer Rat: auf jeden Fall an ein geeignetes Tumorzentrum überweisen.
Mir sind selbst zwei Fälle bekannt. Beide PAT. sind leider verstorben innerhalb von 5 Jahren, diese waren nach Entfernung der Metastasen aber noch lange von guter Lebensqualität.

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Pathologie

...wvielleicht wars der Primärtumor, der entfernt wurde, schick mir mal die Schnitte zur Ansicht, Danke

In 20 Sekunden Mitglied werden!

„esanum - Ihre Ärzteplattform im Internet


Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Informationen zum Beitrag

Andere interessante Beiträge

neuer BeitragVerdacht auf Malignes Melanom - wozu abwarten?
Liebe Kollegen! Ich möchte von folgendem Fall berichten: Ein 23jähriger junger Mann en...
neuer BeitragWeizenallergie
Liebe Kollegen, Ich höre immer wieder, dass es keine Weizenallergie gäbe, sondern dass ma...
neuer Beitragtumoranämie
patient mit ossär metastasiertem Prostataca, keine Chemo oder Radiatio oder Antihormonther...
neuer BeitragMalignes Melanom - Hoffnung durch neue Studie
Nach einer massiven Infusion geklonter spezifischer körpereigener CD4 T-Zellen (5 Milliard...
neuer BeitragUnklare Maculaveränderung
Bub '89 geboren, primär (wohl ganz) normal entwickeltes Binokularsehen. 10/02 zentrale gra...
Kontakt | AGB | Datenschutz | ihre Fragen | Hilfe | Presse | Impressum
esanum.de | esanum.at | esanum.ch | esanum.es | esanum.it | esanum.fr
letzte Änderung: 8.5.2012 18:23