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Nitratbelastung im Leitungswasser

Dr. ...


Nitratbelastung im Leitungswasser

Liebe pädiatrische Kollegen,

Wie beurteilen Sie die Gefährlichkeit von zu hoher Nitratbelastung des Trinkwassers für Säuglinge(Zubreitung der Säuglingsnahrung)?
Muss man sich innerhalb von Deutschland in landwirtschaftlich genutzen Gebieten besorgt zeigen?
Wie ist in Ihrem Fachbereich der Umgang/die Information zu diesem Thema?

Danke

Diskussion

2 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 15 Ärzte verfolgen diese Diskussion
Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin, Endokrinologie und Diabetologie

Eine von besorgten Eltern häufig gestellte und durchaus berechtigte Frage!

Meine Standardantwort darauf ist, dass das Wasser in Deutschland regelmäßig kontrolliert wird und das Nitrat auf der Liste der zu kontrollierenden und protokollierenden chemischen Verbindungen ganz oben steht. Es existiert eine Trinkwasserverordnung, die streng eingehalten wird. Für diejenigen, die sichergehen wollen, empfehle ich die Kontaktaufnahme mit dem örtlichen Wasserwerk. Dort kann man sich genaue Informationen einholen und ebenso aktuelle Werte der Bestandteile des Wassers zuschicken lassen. Es gibt natürlich noch mehr Schadstoffe, die man ebenso von entsprechenden Firmen prüfen lassen kann. Zum Beispiel kann eine Verunreinigung von alten Bleirohren ausgehen, wer also im Altbau wohnt, sollte sich gegebenenfalls darüber informieren(meistens allerdings kostenpflichtig).

Dr. ...Dr. ...
Öffentliches Gesundheitswesen, Rechtsmedizin

Aufgrund der negativen Einflüsse von Nitraten (Behinderung der Jodaufnahme, Umwandlung des Nitrats in Nitrit, Bildung von Nitrosaminen) hat der Gesetzgeber in der Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von max. 50 Milligramm Nitrat pro Liter festgelegt. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann Nitrat auch die Sauerstoffversorgung blockieren, so dass hier in der Literatur bei einem Nitratwert von über 10 Milligramm pro Liter empfohlen wird, nitratarmes Wasser zu kaufen. Daher ist es sinnvoll, wie der Kollege bereits empfohlen hat, sich bei den entsprechenden Wasserwerken über die aktuelle Nitratbelastung zu informieren.

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23