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Therapie der Epicondylitis radialis

Dr. ...
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Therapie der Epicondylitis radialis

Bei der Infiltrationsbehandlung der Epicondylitis radialis kommt es auch bei korrekter Injektionstechnik bei Verwendung von Depot-Kortikoiden gelegentlich zu starken Schmerzreaktionen, die in der Regel 2 Tage andauern. Danach sind die Patienten, bei denen diese Reaktion aufgetreten war, komplett schmerzfrei.
Was bewirkt diese Schmerzreaktion?

Diskussion

2 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 61 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Nach meiner Meinung das Volumen, nach Diffusion der Flüssigkeit auch das Volumen der Kristalle an einem hochentzündlichen, engen Ort.

4 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

Diese Schmerzreaktion dürfte durch eine akute Entzündungsreaktion auf Injektion der feinen Kristalle hevorgerufen sein. Das von Ihnen beobachtete Zeitfenster bis zum Nachlassen dieser "iatrogenen" Schmerzverstärkung entspricht ziemlich genau der Zeit bis zum üblichen Wirkungseintritt der Depot-Corticosteroide, die wir in der Orthopädie verwenden.
Bei Verwendung eines Corticoides in LA-Suspension tritt dieser von Ihnen beobachtete Effekt erst nach Abklingen der LA ein. Bei dieser in einem gewissen Prozentsatz absehbar auftretenden Reaktion ist es natürlich sinnvoll, den Patienten bereits vorher auf den möglicherweise einteretenden Nachschmerz hinzuweisen (".. wenn das bei Ihnen auftreten sollte, legen Sie eine Kühlpackung auf .. ").

ABER GRUNDSÄTZLICH sollten Sie sich die Frage stellen, ob die jahrzehntelang als "bewährte" Methode verfolgte Infiltration überhaupt gut ist. Lesen Sie doch mal die folgende Notiz aus dem Ärzteblatt-online. Wenn Sie die BMJ-Literaturstelle ins Google-scholar eingeben finden Sie noch etwas mehr dazu, ebenfalls frei zugänglich.


aerzteblatt-studieren.de

Medizin · News

29.09.2006
Tennisellenbogen: Behindern Steroidinjektionen die Spontanheilung?

St.Lucia/Australien - Die lokale Injektion von Steroiden verspricht bei der Epicondylopathia radialis humeri eine rasche Schmerzlinderung. Langfristig ist sie jedoch nicht wirksamer als eine Ergotherapie und sie könnte nach den Ergebnissen einer randomisierten kontrollierten Studie im britischen Ärzteblatt (BMJ 2006; doi:10.1136/bmj.38961.584653.AE) die Spontanheilung sogar beeinträchtigen.

Lokale Injektionen im Bereich des schmerzhaften Sehnenansatzes sind beim Tennisellenbogen eine beliebte und kurzfristig auch gut wirksame Behandlung. Dies zeigte sich auch in der Studie der Arbeitsgruppe von Bill Vicenzino von der Universität des australischen Teilstaats Queensland in St. Lucia. Die Forscher hatten 198 Patienten auf drei Gruppe randomisiert. In einer Gruppe, dem „Wait and see“-Ansatz, erhielten die Patienten keine Behandlung. Sie wurden mit der Gewissheit nach Hause geschickt, dass die Epicondylopathia radialis humeri eine selbstheilende Erkrankung ist und sie den Ellenbogen schonen sollten.

Zur Information erhielten sie noch eine Broschüre, in der die Erkrankung beschrieben wurde. Im zweiten Arm der Studie wurde einmalig 1 ml mit einprozentigem Lidocain plus 10 mg Triamcinolon in 1 ml in die Schmerzpunkte injiziert. Den Patienten wurde geraten, allmählich wieder ihre normale Tätigkeiten aufzunehmen, soweit die Schmerzen dies zulassen. In der dritten Gruppe erhielten die Patienten acht Sitzungen einer jeweils 30-minütigen Ergotherapie. Dort lernten die Patienten auch Übungen, die sie später zuhause selbst durchführen sollten. In Broschüren konnten sie das Gelernte nachlesen.

Anfangs erzielte die Kortisonbehandlung die besten Ergebnisse: 78 Prozent der Patienten berichteten über eine Verbesserung. Im Ergotherapie-Arm waren es 65 Prozent, im „Wait and see“-Ansatz nur 27 Prozent.

Nach 52 Wochen hatte sich die Situation umgekehrt. Bei den meisten Patienten, bei denen es unter der Steroidinjektion zunächst zu einer Besserung gekommen war, war ein Rezidiv aufgetreten. Die Erfolgsrate am Ende des Jahres betrug nur noch 68 Prozent. Sie lag damit deutlich niedriger als unter der Ergotherapie (94 Prozent), aber auch bei den Patienten im „Wait and see“-Ansatz waren jetzt 90 Prozent beschwerdefrei.

Vicenzino schließt daraus, dass die Epicondylopathia radialis humeri eine hohe Selbstheilungstendenz hat. Die Beschwerden verschwinden auch ohne Behandlung bei den meisten Patienten. Chronifizierungstendenzen sind selten – außer bei den Patienten mit Steroidinjektionen. Steroide, so spekuliert Vicenzino, könnten dem Patienten eine frühzeitige Belastung des Ellenbogens ermöglichen und so die spontane Ausheilung verzögern. © rme/aerzteblatt.de

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Dem Beitrag wurde folgendes Fachgebiet zugeordnet:
Orthopädie und Unfallchirurgie,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
epicondylitis radialis, depot-kortikoide, infiltration, schmerzreaktion

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04