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Windpockenimpfung: macht Übervorsicht unsere Kinde...

Dr. ...


Windpockenimpfung: macht Übervorsicht unsere Kinder am Ende kränker?

In den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts von Juli 2011 werden unter anderen Varizellen aufgeführt. Eine Impfung also gegen die Windpocken.
( http://www.bundesaerztekammer.de/download ... 1.pdf )

Wie sinnvoll aber ist denn diese Impfung wirklich und was sollte man einer besorgten Mutter empfehlen? Generell ist es zunächst natürlich von Nutzen, dass es eine Impfung gegen Varizellen gibt. Patienten mit geschwächtem Immunsystem und solche die in Kindheitstagen nicht an den Windpocken erkrankt sind, sollten sich zweifelsfrei impfen lassen.

Aber eine Impfung von gesunden Babys?

Die meisten von uns werden die Windpocken noch selbst durchlebt haben. Sicherlich keine besonders schöne Erfahrung, aber auch keine, die einen umbringt. Ich selbst bin durchaus ein Impfbefürworter, aber in diesem Fall komme ich doch echt ins Grübeln. Dürfen Kinder nicht einfach auch einmal krank sein und ihr Immunsystem so selbstständig stärken?

Und überhaupt: Wie präventiv ist denn eine Impfung in Kindestagen (in denen die Windpocken in seltensten Fällen gefährlich sind), wenn im Erwachsenenalter eine Impfauffrischung vergessen wird. Ist dann die Gefahr einer Spätinfektion mit Windpocken durch die Impfung nicht eher erhöht?? Forschungsergebnisse unter anderem von Goldman zeigen, dass die Immunität nach der Impfung stark abnimmt. Bestätigt wird dies in einer aktuellen epidemiologischen Studie aus Kalifornien. Dort steigt die jährliche Rate an Windpockenerkrankungen signifikant mit dem Abstand zur Impfung. ( http://www.medicalveritas.com/R0010.pdf )

Bekommt man die Krankheit aber tatsächlich ist man fast immer ein Leben lang davor geschützt. Desweiteren zeigt sich nach der Impfung eine Erhöhung der Zostererkrankungen.

Verstehen sie mich nicht falsch, die Windpockenimpfung richtig eingesetzt, ist für unsere Bevölkerung sicherlich eine große Erleichterung.

Dennoch würde ich persönlich mein Kind eher auf eine Pockenparty schicken, als es im Babyalter schon zu impfen. Oder wie sehen Sie das?

Diskussion

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Dr. ...Dr. ...
Öffentliches Gesundheitswesen, Sozialmedizin

Meiner Meinung nach wird die Windpockenimpfung nicht nur so zum Spaß von der Stiko empfohlen. Die von ihnen als nicht so schöne Erfahrung beschriebene Angelegenheit kann nämlich durchaus auch schwerwiegend sein. Als „Nebenerscheinungen“ treten unter anderem Kleinhirn- oder Gehirnentzündung, Gefäßwandentzündung der Hirngefäße oder auch bakterielle Infektionen wie Wundscharlach auf. Hat man so etwas einmal bei einem Kleinkind miterlebt, so wird man in Zukunft doch eher zur Impfung raten.

Außerdem ist auch eine Windpockeninfektion ohne Komplikationen eine nervenaufreibende (und juckende) Situation. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr müssen Kinder oft wochenlang regelrecht isoliert werden. Und ein Kind vom Kratzen abzuhalten ist meistens unmöglich. Häufig ist das mit hässlicher Narbenbildung verbunden. Da ist doch eine Impfung wirklich ein Geschenk oder nicht?

Sicherlich ist es entscheidend, dass auch an die Impfauffrischung gedacht wird. In diesem Fall haben sie wohl Recht: Lieber eine Infektion, als eine halbherzige Impfung mit damit verbundener Spätinfektion.

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Infektiologie (KuJ), Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Naturheilkunde, Allgemeinmedizin

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
MMRVarizellen-Kombinationsimpfstoff, MMRV-Kombinationsimpfstoff

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23